Ombudsstelle bei Grenzverletzungen, Übergriffen und Gewalt(erfahrung) für Kund*innen

In der Gestaltung von Hilfen für Menschen mit Behinderung kann es beiderseits zu grenzwertigen Situationen kommen, die als Übergriffe, Nötigung oder Gewalt erfahren werden.

In diesem Zusammenhang fällt es bisweilen schwer, die daraus erwachsenden Fragen und Probleme im direkten Austausch miteinander oder mit den zuständigen Koordinator*innen zu klären. Insbesondere wenn dies mit der Befürchtung einhergeht, als Kund*in sich im Fall einer möglichen Trennung wieder auf eine neue Assistenzkraft einlassen/sich rechtfertigen zu müssen. Schwierig wird es auch dann, wenn die Abhängigkeit im Konfliktfall mit der Assistent*in ausgehalten werden muss, d.h. körperliche Nähe aufgrund der Pflegenotwendigkeit zulassen zu müssen, mit dem Wissen, sich nicht entziehen zu können.

Deshalb hat sich der fib über alle Gremien hinweg dazu entschieden, im Rahmen der allgemeinen Handlungsempfehlungen diese Ombudsstelle einzurichten.

Leitend ist der Gesichtspunkt, dass die dafür beauftragten Personen

  1. selbst außerhalb der Hierarchie stehen und gegenüber anderen Mitarbeiter*innen keine Entscheidungsbefugnisse haben
  2. unabhängig von Überlegungen zu Team- und Einsatzbedingungen stehen
  3. über entsprechende fachliche Ausbildung bzw. Vorerfahrung verfügen und
  4. ihre Tätigkeit in jeder Hinsicht in einem uneingeschränkt vertraulichen Rahmen stattfindet

Als Ombudspersonen für Kund*innen wurden beauftragt:

Naxina Wienstroer

Naxina Wienstroer

Diplom – Pädagogin
Beratungsstelle Marburg
hochgradig pflegeabhängig wg. Tetra-Spastik

seit 31 Jahren Assistenznehmerin beim fib

Kontakt: Telefon: 06421 - 1 69 97 - 11

Mireille Henne

Mireille Henne

Diplom – Pädagogin
Beratungsstelle Marburg
pflegeabhängig wg. angeborener Bindegewebsschwäche und späterblindet

seit 17 Jahren Assistenznehmerin beim fib

Kontakt: Telefon: 06421 - 1 69 97 - 15

Das Angebot der Ombudsstelle ersetzt nicht die zu den Ansprechpartner*innen/ Koordinator*innen gehörende Aufgabe, erste Anlauf- und Klärungsstelle für alle sich aus dem Arbeitsverhältnis ergebenden Fragen und Probleme zu sein, wenn Kundinnen und Kunden nicht in der Lage sind, Konfliktsituationen konstruktiv mitzugestalten und zu lösen. Die Ansprechpartner/Koordinatoren selbst können die Ombudsstelle nicht beauftragen oder in Anspruch nehmen, wohl aber darauf verweisen.

Die Ombudsstelle macht Einzelberatungen mit dem Ziel, Lösungsoptionen für Konflikte aufzuzeigen und an dafür geeignete Stellen zu verweisen. Sie erfüllt dadurch die Funktion einer Übergangshilfe und kann daher keine langfristige Begleitung gewährleisten.