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Marburg, mit seinen vielen pittoresken, verwinkelten Gassen und alten Häusern ist sicher kein extrem gutes Beispiel, für bauliche Barrierefreiheit. Das merken insbesondere körperbehinderte RollstuhlnutzerInnen in der Regel schnell, wenn sie neu in diese Stadt kommen. So geht es auch dem Marburger Neubürger und fib-Kunden Ando Fischer. Bei seinen Aktivitäten in der Stadt stellt er sehr schnell fest, dass sich die reichhaltige Restaurant- und Kneipenkultur baulicherseits seinem Zugangsinteresse verwehrt.

Es sind viele Kneipen und Bars in Marburg mit Rollstühlen schlicht nur sehr schwer bis gar nicht zugänglich. Der E-Rolli-Nutzer stellt fest, dass „200-300 Kilo schwere Rollstühle zu schleppen, … für die AssistentInnen kaum möglich“ ist. Er greift zur Selbsthilfe und entwirft ein Schreiben für Gaststätten- und Restaurantbesitzer, indem er die Anschaffung einer preiswerten Metallrampe anbietet, die ohne Probleme ein bis zwei Stufen vor der Restauration überwinden hilft. Nach dem Vorbild der Berliner Sozialhelden, die mit ihren Initiativen tausendundeinerampe.de und wheelmap.org (das via Webseite barrierefrei zugängliche Orte geordnet nach Stadt zeigt) in Berlin sehr erfolgreich waren.

Der fib unterstützt die Aktion gerne. Bereits in der Vergangenheit hat es Versuche gegeben verschiedene Locations in Marburg mit transportablen Rampen zu versehen. Leider klappte das bislang nur mäßig. Ando Fischer startet nun einen neuen Versuch. Mit einem Schreiben wendet er sich an alle Kneipen-, Cafe- und Restaurantbesitzer deren Geschäfte maximal zwei bis drei Stufen am Eingang haben und wirbt um die unkonventionelle Realisierung der Barrierefreiheit. Natürlich ist klar, dass es keine DIN-Norm-gerechte Lösung geben kann – aber es ist ein Anfang, um die Teilhabe behinderter Menschen in dieser Stadt sichtlich zu verbessern.

Eine brauchbare transportable Rampe (klappbar), die ein bis zwei Stufen überwinden hilft (bis ca 25 cm) hat einen Kostenpunkt von ca. 100 €. Eine relativ kleine Investition, die sich lohnt. Diese kann hinter die Tür gestellt werden, wenn sie nicht gebraucht wird und bei Bedarf hervorgeholt und angelegt.

UnterstützerInnen gesucht!
Kund*innen, Freund*innen und Mitarbeiter*innen des fib können diese Aktion aktiv unterstützen, indem sie ihre Kontakte in die Kneipenszene nutzen und für diese Aktion werben. Nur wenn viele auf diese Aktion hinweisen, ist es möglich, dass es eine Veränderung gibt.

Wir haben den Brief für die Restaurationsbesitzer sowie die Information über die Kosten von einfachen Rampen auf der fib-Webpage zum Download bereitgestellt, unter http://fib-ev-marburg.de/rampen

Kontakt:
Ando Fischer,
T: 0176-80 81 94 13,
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